Sehen
mit Lippen an Nippel nippen
Diese kleinen
Strolche aus Fleisch,
die sich aufwerfen
wie freche Könige
auf weichen Bergen,
hart wie Kiesel,
die rufen: komm her,
lehn dich ran,
lass die Zunge tanzen,
bis die Frau unter ihnen
sich krümmt wie ein Tier
im ersten Regen.
Manche tun so,
als wär das nur
ein Gruß zwischendurch,
ein höfliches Nicken,
aber wir wissen:
das ist der Schlüssel,
der erste Biss
in die verbotene Frucht,
der direkt runterführt
ins dunkle Tal.
Stell dir vor,
du liegst da,
sie stemmt die Brüste hoch
wie zwei Monde,
die Warzenhöfe
dunkel wie Gewitter,
die Spitzen stehen
wie Soldaten im Sturm.
Du beugst dich,
nimmst eine ins Maul,
erst leise,
die Zungenspitze kreist
wie ein Dieb ums Schloss,
sie atmet schon schwer,
wirft den Kopf zurück,
will mehr.
Du gibst mehr:
ziehst sie rein,
bis sie pocht,
knabberst sacht,
gerade so,
dass Lust und Schmerz
sich küssen.
Die andere Hand
greift die zweite,
dreht den Nippel
wie einen Korken,
zieht, rollt,
bis sie wimmert
wie ein Kind
im Fieber.
Wer hält da noch an?
Diese Beeren,
rot und prall,
platzen fast
unter der Zunge.
Du saugst,
als wär das
das letzte Mahl,
lässt Zähne ritzen,
sie packt deinen Kopf,
drückt dich tiefer,
als wollte sie
dich verschlingen.
Unten öffnet sich
das Tor,
die Schenkel klappen auf
wie ein Messer,
und du weißt:
gleich gleitest du rein
in die nasse Glut,
weil dein Mund
sie schon halb
in den Wahnsinn getrieben hat.
Es gibt welche,
die springen drüber,
direkt zum Stoß.
Narren.
Diese Knöpfe
sind der Zünder,
der Funke,
der die ganze Frau
in Brand setzt.
Richtig geleckt,
wird sie wild,
bäumt sich auf,
reitet dich
bis die Welt kippt.
Und die mit den feinen Drähten
unter der Haut?
Die explodieren schon,
wenn die Zunge nur streift,
zucken wie Strom,
schreien auf,
und melken dich dann
mit ihrem heißen Fleisch
bis auf den letzten Tropfen.
Wer also
diese Beeren frisst,
ist kein Lieber –
der ist ein Räuber,
ein Wissender,
der genau weiß,
wie man eine Frau
zum Überkochen bringt.
Wenn sie dir
ihre harten Knospen hinstreckt,
dann fall drüber her,
lutsch sie leer,
beißen, saugen,
mach sie rot und nass –
das ist der erste Akt
vom wildesten Tanz
deines Lebens.