Sehen

moderne Mode

Luiz Goldberg

Ihr String war so winzig, dass er jeder Beschreibung spottete. Beim ersten Griff glitten meine Finger hinein, als wollte er sagen: Was willst du? Die Tür steht offen. Ich zog ihn mit einem Ruck nach unten. Der Stoff riss, vielleicht weil er billig war, und von ihrer Lust schon aufgeweicht, bevor ich überhaupt richtig in Gang kam.

Sie spreizte die Beine, als wäre es das Normalste der Welt, und ich sah, dass sie frisch rasiert war – bis auf einen schmalen Streifen, der aussah wie ein Wegweiser: Hier geht’s entlang, du Trottel. Ich leckte erst vorsichtig, dann gierig, als hätte ich Jahrhunderte darauf gewartet. Und sie stöhnte nicht dieses Fake-Porno-Gestöhne, sondern ein ehrliches, tiefes „Oh ja, mach weiter“.

Dann drehte sie sich um, kniete sich hin, zog mit den Händen die Backen auseinander und sagte nur ein Wort: „Margarine.“ Ich lachte, bis mir klar wurde, was sie meinte. Und dass sie es ernst meinte. Die Packung stand noch vom Frühstück auf dem Tisch – halb leer, weil wir vorher schon Brötchen geschmiert hatten.

Ich tauchte zwei Finger hinein. Die Margarine war weich, zimmerwarm und roch irgendwie nach Sonntagmorgen und Sünde zugleich. Als ich sie damit einschmierte, glitt alles wie von selbst hinein. Kein Reiben, kein Brennen – nur dieses schmatzende, glatte Hineingleiten, das sich anfühlte, als würde man in heiße Schokolade eintauchen.

Sie kam so laut, dass die Nachbarn wahrscheinlich dachten, wir schlachteten ein Schwein. Und ich folgte kurz darauf mit einem Schrei, der quer durchs Zimmer hätte fliegen können, wenn nicht ihr Arsch alles aufgesammelt hätte wie ein Schwamm. Danach lagen wir da – verschmiert, verschwitzt und lachend –, weil wir auf dem Laken einen Abdruck sahen, der aussah wie die Umrisse von Frankreich.

Manchmal ist das beste Gleitmittel einfach das, was sowieso schon da ist. Und manchmal ist der geilste Sex derjenige, bei dem man noch gemeinsam ein Brötchen isst und sich danach schämt. Heute Abend machen wir es mal mit Olivenöl.

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