Sehen

Nicole

Ferdinand Freiherr von der Ferne

Nicole war eine sehr schlaue Frau.
Anders als ihre Kolleginnen
des sogenannten „ältesten Gewerbes“
der Menschheit,
hielt sie sich nicht unbedingt
an gängige Regeln und Normen.

Sie machte wie sie wollte.
Wenn sie sich etwa an einem Tag
an die Straße stellte -,
irgendwo etwas abseits,
zu ihr unbekannten Kolleginnen,
damit sie keinen Ärger
mit ihnen kriegte,
konnte sie anderen Tages
mit einem Kunden zu ihm nach Hause -,
einen auf „Edelprostituierte“ machen.

Sie hatte ein echtes Talent
zur Improvisation.
Und sie hatte Connections,
und eine Liste mit Telefonnummern.

Heute kam sie erst in den frühen Morgenstunden
von einem solchen „vornehmen Kunden“
aus deren Haus
und stieg in das für sie
bestellte Taxi.

Nicole wollte nur noch
nach Hause.
Gab dem Taxifahrer,
einem unattraktiven Griechen,
ihre Adresse an
und los ging es
bei schönstem Wetter
von Berlin-Grunewald
nach Marzahn.

Mit dem Taxi war das
gar nicht so billig.
Nicole hatte leider nicht bedacht,
daß sie außer diesen beiden
bankfrischen 500ern
nur noch Reste von Kleingeld
in ihrer Handtasche,
und bei sich zuhause
nix Bares mehr hatte -;
wollte dem Taxifahrer aber
keinesfalls einen der beiden 500er
anvertrauen.

Außerdem hätte er wohl ohnehin
keinen 500er angenommen.
Gut.
Andere Variante.

An ihrem Haus in Marzahn angelangt,
sagte sie dem Taxifahrer,er möge bitte
kurz mit raufkommen,
denn nur oben habe sie Bargeld.

Der Taxifahrer, der schon eine verneinende Geste
mit dem Kopf gemacht hatte,
sah sich Nicole jetzt etwas genauer an,doch
sie klimperte ihm mit ihren künstlichen
langen Wimpern bittend an,
hob ihren Hintern,
zog ihren kurzen Lederrock
bis zum Bauchnabel hoch
und sagte:
„Schauen Sie,
keine versteckten Scheine.“

Der Taxifahrer war irritierend verblüfft -,
und schaute auf ihre sexy Strumpfhose
unter der kein Slip vorhanden war.

Das war für ihn das Signal,
daß er sich doch bequemen wollte,
Nicole nach oben zu begleiten,
um den Fahrpreis von ihr zu erhalten.

Nicole stieg erleichtert aus,
schritt voran,
schloß die Haustür auf,
stieg mit ihren High Heels
die Stufen empor
und der Taxifahrer ihr nach.

Er verspürte schon gewisse Gefühle
beim Anblick ihrer hübschen Beine
und konnte sich,
wenn er ein paar Stufen zurückblieb,
sich erneut davon überzeugen,
daß sie unter ihrer Strumpfhose
tatsächlich nichts anhatte.

Ja, so kurz war ihr Rock.

Im vierten Stock angekommen,
kicherte sie ihn beim Öffnen
der Wohnungstür leicht an,
zog ihn gleich leicht unsanft
in ihre Wohnung hinein
und schnurstracks
in ihr Schlafzimmer.

Der Taxifahrer stotterte noch etwas
von dem Taxi da unten,
das er doch nicht…

Aber schon war er gefangen
in ihren talentierten Armen und Händen
und unter geflüstert gehauchten Worten
in seinen Ohren
raunte sie ihm ihren Vorschlag ein,
einen alternativen Preis
für die Taxifahrt entrichten zu wollen.

Das mit dem Taxi da unten
war gar nicht mehr von Relevanz.
Es ging zur Sache.

Der Taxifahrer bekam den alternativen Preis
in Form einer außergewöhnlichen Dienstleistung,
die ihn nachhaltig beeindruckte
und beschäftigte.

Details können an dieser Stelle
für heute leider nicht geliefert werden,
aber möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt,
in einer weiteren Nicole-Episode.

Denn Nicole hatte noch ein paar andere Tricks
auf Lager,
wie sie zu dem kam,
zu dem sie wollte.

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