Sehen
Nur Sie
Ich sah sie
das erste Mal am Strand.
Da promenierte sie förmlich.
So richtig wie eine
die sich weiß Gott wie vorkommt.
Zugegeben.
Sie hat was Extravornehmes.
So elegant ist selten eine Frau,
wenn sie so allein dahergeht.
Ein ausgesucht hübsches Gesicht hat sie ja,
für ihre zweiunddreißig Jahre,
das kann ihr niemand absprechen.
Und dann auf ihre dicken Beine
zu pfeifen,
wie sie es tut… jaja…
Nein,
das nenne ich selbstbewußt.
Warum auch nicht?
Sie sieht gut aus.
So oder so.
Und
daß sie zu ihren dicken Beinen
auch noch diesen ausladenden voluminösen Hintern
hat,
naja,
paßt ja auch irgendwie dazu.
Aber dann muß man auch wissen,
daß sie kaum Busen hat,
was wiederum wenig zum Gesamtbild paßt.
Bei solch einer vollen und üppigen Gesamtfigur
–
und sie ist ja auch mehr
als mittelgroß
–
paßt so ein kleinlicher Busen nun
doch nicht.
Aber was will man machen.
Es ist wie es ist.
Keiner macht sich selbst.
Nun denn,
das sind ihre äußeren Werte.
Ihre inneren sind
–
na,
wie soll ich sagen.
Auch nicht gewöhnlich.
Sie hat so etwas Forderndes.
Sie setzt sich etwas in den Kopf
und will es dann unbedingt haben,
oder wenn es um Nichtmaterielles geht,
will sie es umgehend umsetzen.
Neulich,
als ich sie auf der Promenade traf,
ganz in der Nähe der Umkleiden,
direkt am Strand,
da grüßte sie mich auf einmal
ganz freundlich
–
was sie sonst nicht tut.
Sie nannte dabei sogar ganz höflich
meinen Namen,
und fragte,
ob ich mal kurz mit ihr da
–
in Richtung der Umkleiden
–
gehen würde.
Ich schaute mich rechts und links um,
ob da nicht eine von ihrer
Clique sind,
die mich verhöhnen wollen,
aber da niemand da war,
sagte ich spontan,
ja.
Sie hakte sich dann einfach bei
mir ein
und schritt mit mir in Richtung
der Umkleiden.
Jetzt muß man wissen,
sie hatte schon einen Badeanzug an.
Ihren berühmten knallroten.
Und ihre leichte Sommerbekleidung war mit
Sicherheit in ihrer Strandtasche,
die sie in ihrer Rechten hielt.
Ich selbst war in meiner hellen
Sommertracht bekleidet
und wollte mich einfach nur mal
wieder am Strand ergehen.
So zielgerichtet wie sie auf eine
der offenen Kabinen mit mir zuging,
gab mir schon ein,
daß hier etwas Besonderes vorliegt,
aber ich war noch jenseits von
jeglicher Illusion.
Sie ist ja eine Sirene,
die alle jungen Männer anbeten,
aber kaum einen von ihnen findet
bei ihr Gehör.
Das betrifft auch mich.
Niemals würde ich mir
–
was sie betrifft
–
das Geringste ausrechnen.
Aber an diesem Tag sollte es
anders werden.
Ich weiß nicht,
was in ihrem Kopf rumgespukt hatte,
aber sie hatte es
–
spontan,
oder geplant
–
tatsächlich an diesem Tag AUF MICH abgesehen!
Sie zog mich in diese offene Kabine,
ja,
mich 19-jährigen Heißblut
–
und zog vor meiner Nase,
die ihren geilen schweißigen Frauenduft ausströmte,
ihren knallroten Badeanzug
–
einfach aus!
Ja,
und stand splitternackt vor mir!
Ich war wie gelähmt.
Und dann forderte sie natürlich,
daß ich es ihr gleichtäte.
Naja,
das war nicht das Schwierigste.
Das konnte ich dann ja auch
noch schnellstens tun.
Aber dann… stand ich da,
und wußte nicht beginnen.
Wie glücklich war ich aber dann,
als sie es war,
die alles in die Hand nahm!
Ja,
von meinem erigierten Glied,
bis zum unglaublichen Finale.
Sie übernahm
die gesamte Initiative
und erreichte wohl genau das,
was sie an diesem Tag wollte.
Nicht mehr und nicht weniger.
Danach
–
anderen Tages
–,
ja bis zum heutigen Tage,
will sie mich nicht mehr kennen.
Das war´s.