Sehen

Sauna

Skorpion

Wärme empfängt mich, umarmt mich hitzig,
schweißtreibend, beinahe bis zur Ohnmacht.
Atemlos möchte ich der Hitze bald entfliehen.
Doch hält sie mich, lautlos und glühend,
gleich Armen aus flimmerndem Licht,
die sich langsam um meinen Körper legen.
Heiß dringt die feuchte Luft
durch Haut und Gedanken,
nimmt Besitz von jedem Atemzug,
bis selbst die Stille zu brennen scheint.
Hier und da ein schweres Aus- und Einatmen,
kaum auszuhalten der Dunst aus uraltem Holz,
und Tannen-Aufguss.
Der Raum trägt den Duft von Harz,
von Wasser auf heißen Steinen, von Wäldern im Sommer,
von Ruhe und Erschöpfung zugleich.
Schneller Puls, Herzklopfen und ein wohliges Glücksgefühl.
Schweiß rinnt in langsamen Bahnen
über Stirn und Rücken, Bauch und Schenkeln,
wie kleine Flüsse aus Müdigkeit, Schwermut und Freiheit,
die alles forttragen wollen, was zu lange in mir verborgen lag.
Schweißtreibend, fast gnadenlos,
steigt die Hitze höher und höher,
legt sich wie Feuer auf meine Schultern,
bis mein Herz laut gegen die Rippen schlägt
und der Atem flach wird,
atemlos zwischen Dampf und Flimmern.
Die Luft wirkt schwer wie Sommernächte,
wenn selbst der Mond zu glühen scheint.
Meine Gedanken beginnen zu taumeln,
werden weich und schwerelos,
als würde die Wärme sie langsam auflösen.
Beinahe bis zur Ohnmacht
treibt mich diese Glut,
an die Grenze zwischen Erschöpfung
und seltsamer Geborgenheit.
Und doch liegt in ihr etwas Tröstendes,
eine stille Aufforderung loszulassen,
für wenige Augenblicke
alles Schwere aus mir herauszuschwitzen.
Doch irgendwann wird selbst die Sehnsucht nach Ruhe
zu heiß, zu eng, zu drängend.
Ein Blick zur Sanduhr verrät, dass die Zeit bald um ist.
Langsam erhebe ich mich, bereit mich zu erfrischen.
Mit wild pochendem Herzen und glühender Haut,
möchte ich der Hitze nur noch den Rücken kehren,
hinaus in die kalte Luft, wo mein Atem wieder sichtbar wird
und sich die Welt kühl und vertraut anfühlt.

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