Sehen
Schluß mit der Dekadenz
Der Jerusalemer Rabbi David Basri
hat die definitive Ursache aller
Grundübel unserer Zeit entdeckt
- das Wichsen.
Seiner Meinung nach führt die
männliche Masturbation zu Pest,
Korruption, Krieg, Krankheit und
Armut.
Wahr gesprochen lieber Rabbi.
Seit die Menschheit von Bäumen
herabstieg um solch wichtige
Dinge wie Ikea-Möbel und
die Teflon-Pfanne zu erfinden,
onaniert sie sich durch die
Weltgeschichte und taumelt ekstatisch
von einer Katastrophe durch
die andere.
Eine halbe Millionen Deutsche und
Russen holten sich in Stalingrad
erst mal einen runter,
bevor sie sich totschossen.
Die französische Revolution wäre
undenkbar, ohne den notorischen,
weil zu kleingeratenen Oberonanisten
und Hals- und Schwanzabschneider Napoleon,
ja selbst die Kreuzzüge hätte
es ohne den mittelalterlichen Selbstbefriedigungsdrang
sexuell gehemmter Mönche nie
gegeben.
Hodenkrebs geplagte Zeitgenossen mit
schlechter Frisur sollten aufhören,
um Mitleid und eine Chemotherapie
zu betteln, denn ohne das
tägliche Rubbeln am Gestänge müßten
sie ihr Leben nicht im
Wartezimmer vom Onkel Doktor fristen.
Ach die Welt könnte so
schön sein, aber nein,
sie ist voller Wichser und
es ist keine Besserung in
Sicht, weil wir so dekadent
geworden sind.
Dekadenz ist eben immer der
Anfang vom Ende.
Rom ist auch untergegangen und
damit wir eine Chance haben
im Kampf gegen Not, Ungerechtigkeit
und langweilige Talk-Shows muß
etwas geschehen.
Wir brauchen wieder solche wichtigen
Werte wie deutsche Zucht und
Ordnung, gepaart mit dem Charme
orientalischer Sittlichkeit und Strenge.
Kein Mann käme auf die
Idee, seiner Sekretärin an
den Hintern zu grapschen,
wenn diese im Burka vor
ihm sitzt und er nicht
weiß, wie sie aussieht.
Am konsequentesten wäre es natürlich,
gleich eine westliche Variante der
islamischen Rechtsprechung einzuführen.
Eine Sex-Scharia sozusagen.
Für Fremdgehen - Schwanz ab
oder so.
Frauen werden ausgepeitscht und falls
sie dabei Lust empfinden, gleich
gesteinigt.
Der Besitz von Pornoheften wird
mit mindestens zwölf Jahren Pflichthören
von André Rieux bestraft und
so weiter.
Doch wie ich uns kenne,
scheitert diese Vision einer besseren
Welt wie immer an ein
paar notorischen Nörglern, die
einfach nicht begreifen können, wie
schön das Leben sein könnte.
Statt dessen faseln sie was
von kiffen, Rock´n Roll und
den großen Brüsten von Nachbars
Tochter.
Was für eine Schweinerei!
Ich bin wirklich so sauer
über diese dekadenten Gestalten, das
ich mich auf Klo einschließe
und die Frustration an meinem
Gehänge abarbeite.
Doch Sie bleiben mir ja
hübsch anständig, moralisch und sauber
und grüßen Sie mir alle,
die Sie barfuß treffen.