Sehen

Schreibblockade auflösen

Luiz Goldberg

Wer schon einmal kreativ sein musste,
weiß, dass das nicht so einfach ist.

Es kann passieren, dass man vor dem leeren Blatt Papier
oder dem Monitor sitzt
und es fällt einem partout nichts ein.

Man sucht nach einem Thema,
nach einer Geschichte,
aber Fehlanzeige.

Vielleicht ist es sogar so,
dass man glaubt,
dass man in einer Lebensphase steckt,
die einem farblos vorkommt.

Man wacht morgens auf,
leiert seine täglichen Aufgaben runter,
jenseits kreativer Ergüsse,
geht abends ins Bett
und dazwischen ist nichts passiert,
was einen bewegt.

Der Antrieb fehlt, die Motivation fehlt,
das Gefühl, sich mitteilen zu müssen, fehlt.

Die Frage ist, wie kommen wir aus diesem Loch wieder heraus?

Und manchmal hilft es,
um seine Kreativität zu finden,
einfach sein Unterbewusstsein schreiben zu lassen,
ohne irgendeinen Anspruch darauf,
große Kunst zu machen
oder irgendetwas Bedeutsames zu sagen.

Es kann vollkommen banal und harmlos sein,
aber lassen Sie Ihr Unterbewusstsein sprechen
und lassen Sie sich sozusagen freisprechen.

Also über das Sprechen selbst befreien Sie sich
von diesem Zwang,
dass Sie nicht wissen,
was Sie sagen sollen.

Wenn das Bewusstsein es nicht kann,
Ihr Unterbewusstsein kann es.

Natürlich wird es erst
in einer Art Leerlauf funktionieren.

Es wird unbedeutend sein,
was Sie erzählen.

Aber je länger Sie erzählen,
desto mehr wird Ihre Fantasie angeregt.

Das ist der Witz.

Je mehr Sie tun, desto mehr Einfälle haben Sie.

Und je mehr Einfälle Sie haben,
desto mehr haben Sie zu erzählen.

Das ist fast wie Münchhausen,
der es schaffte,
sich an seinem eigenen Schopf
aus dem Sumpf zu ziehen.

Und in diesem Falle stimmt es tatsächlich.

Sie können sich aus dieser Falle selbst befreien,
aber Sie müssen Ihren Anspruch
für diesen Augenblick einfach komplett aufgeben.

Es ist vollkommen egal,
was Sie schreiben.

Und wenn es der größte Unsinn ist,
Ihr Gehirn wird nach und nach schon sinnvollen Output generieren.

Mancher wird jetzt den Kopf schütteln.

Schreib ein Gedicht
und alles wird gut,
das ist doch Unsinn.

Nein, das ist zwar berechtigte Skepsis,
aber die Erfahrung ist etwas anderes.

Schreiben ist kein Wundermittel
und ersetzt keine Therapie,
aber Schreiben zwingt zum Hinschauen.

Man muss benennen, was einen beschäftigt.

Und das Unterbewusstsein beschäftigt sich immer
mit irgendetwas.

Sie müssen nur lernen,
es zu befragen.

Das ist der springende Punkt.

Und Sie dürfen keine Hemmungen haben,
sondern es einfach tun.

Also wer antrieblos ist,
sollte den Versuch wagen.

Stift und Papier zur Hand,
sich in eine bequeme Position gebracht.

Und wenn Sie vielleicht nicht schreiben können,
dann nehmen Sie ein Diktiergerät
und sprechen Sie Ihre Gedanken einfach ein.

Mit heutiger Technik ist das
in null Komma nichts zu Papier gebracht.

Und Sie werden erstaunt sein,
was Sie am Ende formuliert haben werden.

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