Sehen

Schwarz-weiß Definitionen

Ferdinand Freiherr von der Ferne

Was sag ich einem wohlhabenden Menschen – einem sehr wohlhabenden Menschen –, um daß er das, was ich ihm sagen möchte, versteht? Er ist nicht wie ich, nein, er ist anders, er ist ein anderer, aber nicht so wie der eine Mensch immer anders ist als der andere, nein, hier muß in Kategorien gedacht werden. Hier muß „leider“ eingeteilt werden. Es gibt solche und solche Menschen. Arten von Menschen. Gruppen von Menschen. Es gibt unzählige Einteilungsformen in die hierzu gedacht werden kann: Frauen und Männer, Kinder und Erwachsene, Gesunde und Kranke, Intelligente und Dumme, bzw. „Einfältige“. Dann gibt es andere Beispiele, wie: Menschen, die eine „spirituelle Ader“ besitzen und Menschen die sowas nicht haben. Erstere sind Menschen die religiös sind, oder die ihre Spiritualität anders spüren, bzw. leben; die etwa – unabhängig von Religion – fest an eine andere Daseinsform nach ihrem körperlichen Tod glauben. Die Menschen der zweiten Kategorie sind Menschen die das Leben schlicht und einfach rein rational betrachten, nach naturwissenschaftlichen Mustern, und sogenanntes „Übersinnliches“ völlig ausschließen. Und es gibt weitere, viele viele Beispiele von Einteilungsformen. Um ein letzes Beispiel zu nennen: Menschen die einen Zugang zur Kunst haben, und Menschen die keinerlei, oder nur ansatzweise Zugang zur Kunst haben. Dabei ist die jeweilige „Kunstauffassung“ maßgeblich – finde ich. Und über all dem hinaus gibt es dann doch noch eine Einteilung, die ich persönlich allen anderen vorausstelle: Das ist die Einteilung in Gute und Schlechte Menschen. Ja, ich bin der festen Überzeugung, daß es sehr sehr wesentlich ist – im Umgang mit Menschen –, ob wir es mit guten oder schlechten Menschen zu tun haben. Sowohl die Definition von „gut & schlecht“, als auch die jeweiligen Abstufungen des Ausmaßes und der Wertigkeiten unserer persönlichen Auffassungen von „gut & schlecht, bzw. „gut & böse“, sind hier von gewichtiger Relevanz. – Bei der Betrachtung jeglicher Einteilungsformen, ist unsere ganz persönliche Ansicht, Meinung und Haltung, das, was zählt. Die Ansichten und Meinungen der anderen haben jeweils völlig andere Maßstäbe für sich selbst, das ist ja wohl klar. Und das mit den Grauzonen – lassen wir hier mal außer Acht, da sie für unser Beispiel nicht von Relevanz sind. – Zurück zu den richtig Reichen – also nicht solche die etwa mit Ach & Krach ein Milliönchen zusammengescharrt haben, nein, ich meine die Superreichen. Wobei ich hier leider keine Mindesthausnummer anzugeben imstande bin. Jedenfalls sind das Menschen, die alle anderen Menschen unserer Gesellschaft mit anderen Augen, mit einer anderen Haltung ansehen. Wie genau das ausschaut, erkennt und erfährt man erst, wenn man mit ihnen im persönlichen Kontakt tritt. Sie sozusagen etwas näher kennenlernt. Die Grundhaltung erkennt man relativ schnell. Und der sprichwörtliche Geiz der diesen Menschen anhaften soll, den erkennt man auch relativ schnell – subtil, oder plakativ, je nachdem es die Situation hervorbringt. Doch das Schlimmste finde ich, diese Abgehobenheit, diese Aura einer Macht die nicht zu fassen ist, die aber beständig mitschwingt. Sie können nett, entgegenkommend, auf Kumpel machen – wie auch immer – es ist stets zu spüren: Du spielst in einer ganz anderen Liga. Du gehörst nicht zu uns. Und dieses „zu uns“ ist auch irgendwie traurig. Wenn man sich anschaut, wie wenig diese Menschen die Möglichkeit haben „ganz normale Menschen kennenzulernen“, dann hat das schon was Tragisches. Ewig nur unter ihresgleichen zu leben – oh Gott, wie Eindimensional muß ein solches Leben sein. Aber nur kein Neid. Geld allein macht nicht glücklich? Hm… – Der Punkt ist, bei all diesen Schwarz-weiß-Definitionen, was Menschen-Kategorien betrifft: Die einen verstehen die anderen nicht.

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