Sehen

So spricht sie:

Ferdinand Freiherr von der Ferne

Ich bin die Königin der Amazonen. Ich kämpfe zu Pferde nackt und bloß, wie meine mit Speeren und Schwertern bewaffneten Mitstreiterinnen. Gegen männliche Jünglinge die uns nachstellten und überwältigen wollten. Doch wir sind es jetzt, die überwältigen. Wir nehmen keine Gefangenen, wir töten weil wir leben wollen. Wir brauchen und wir wollen keine Männer. Weder junge, noch ältere –, wir lieben nur Frauen, junge Frauen, Mädchen, ältere Frauen. Einfach nur Frauen. Die Welt von Frauen regiert, dünkt uns eine bessere. Die Aggressionen der Männer stoßen uns ab. Der Kampf den wir kämpfen ist uns aufgezwungen worden. Es ist ein reiner Verteidigungs- und Überlebenskampf. Wir, die den Kampf nicht herausgefordert haben, setzen uns zur Wehr – aber so, daß wir von der Horde junger Männer die uns angegriffen haben, niemanden von ihnen schonen werden. Wir sind stärker, weil wir ein höheres Ziel haben als unsere Feinde. Das Ziel der Feinde ist uns zu überwältigen – ist Angriff. Ist Zerstörung, ist Kriegswille. Unser Ziel ist uns zu verteidigen ohne Schaden zu erleiden – ist wie zuvor und weiterhin in Frieden gelassen zu werden, ist Friedenswille. Meine Amazonen verlangen von mir, daß ich Befehl gebe, die besiegten jungen Männer zu entmannen –; doch ich habe geantwortet, daß diejenigen unter uns, sich Jünglinge aussuchen sollen die sie attraktiv finden, um mit ihnen Liebe zu machen –, denkt an unsere Nachkommen! Danach aber, werden allesamt getötet. Wir glauben an keine Versprechungen der Männer, wir glauben an keine Zusicherungen von friedlichem Bei- oder Nebeneinander. Wir wollen keine Männer in unserem Land, auf unserer Insel. Wir brauchen keine Männer für grobe schwere Arbeiten – die können wir auch selbst tun. Und kluge und intelligente Frauen haben wir unter uns mehr als genug. Wir brauchen keine Männer für die Liebe und den Sex! Wir lieben uns. Ausschließlich. In einem einfachen und friedvollen Leben. Ich trage Quecksilber als Schmuck. Meine Amazonen tragen goldene Armreifen. Ich will mir auch einen hübschen Jüngling nehmen, ihn überwältigen – und, bevor ich ihn töte –, ihn zur Liebe auffordern,
und ich will daß er
seinen Samen in mich drückt,
so daß ich einen Nachkommen
haben werde.

Wird es ein Mädchen,
feiern wir ein großes Fest.

Wird es ein Junge, feiern wir auch ein Fest –,
bei dem der Säugling
im Meer ertränkt wird,
auf daß kein Ungemach entsteht
unter uns Amazonen.

– Ich trage Quecksilber
als Schmuck!

Es fließt in meinen Adern
beim Kampf!

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