Sehen
Über das onanieren
Besser Pimpern mit Professor Dr. Vögler
Es gibt zum Thema Selbstbefriedigung
ganz unterschiedliche Betrachtungsweisen.
Da wäre zum einen natürlich
der Standpunkt der Kirche,
die der Selbstbefriedigung
höchst kritisch gegenübersteht,
genauso wie Sexualität
im Allgemeinen,
solange sie nicht
der Vermehrung dient.
Dann haben wir das elterliche Gebot,
wobei darauf geachtet wird,
dass der Filius
nicht zu früh
an sich selbst herumspielt,
aber auch daran können wir sehen,
dass das meist immer noch einen religiösen Hintergrund hat
und der Einfluss der Kirche
sehr groß ist.
Nein, es gibt noch ganz andere Aspekte,
an die kaum jemand denkt.
Nehmen wir zum Beispiel
Segelschiffe
in den vergangenen Jahrhunderten.
Als junge Matrosen im besten Alter
für Monate eingepfercht waren,
ohne Rückzug,
ohne die Möglichkeit,
sich irgendwie
für ein paar Minuten
von den anderen abzusondern,
um sich Erleichterung zu verschaffen.
Keine Chance, vielleicht hat man auch
kollektiv gewichst
in so einem Schiffsbauch,
wir wissen es nicht.
Es gibt darüber kaum Berichte,
kaum Überlieferungen.
Sie sehen also, eine Kulturgeschichte
der Selbstbefriedigung
ist höchst interessant.
Bei der Armee oder im Gefängnis
ist es einfacher.
Dort hockt man allein
in seiner Zelle
und ja,
mein Gott,
was soll man tun?
Kein Problem, aber auf Schiffen
ist das schon anders.
Aber auch in der Partnerschaft
ist Selbstbefriedigung
eine höchst interessante Angelegenheit.
Wenn Männer zum allerersten Mal feststellen,
dass die eigene Frau masturbiert.
Eine Frau, die Selbstbefriedigung betreibt,
das ist in unseren Kreisen
immer noch
eine höchst ungewöhnliche Angelegenheit.
Das heißt, es ist nicht ungewöhnlich,
aber man spricht nicht darüber.
Ja, das männliche Wichsen,
das ist in der Kulturgeschichte
sozusagen allgegenwärtig.
Ja, Onan,
der seinen Samen verspritzte.
Daher auch dieses Wort
Onanieren.
Aber eine Frau, die Hand an sich legt
und sich selbst Lust verschafft.
Erst durch Pornofilme
wurde dies
ein bisschen populärer.
Und so wird denn unser Mann
zum allerersten Mal
an seiner Gattin erleben,
dass sich auch Frauen
selbst befriedigen können.
Und was noch interessant ist,
er wird dieses
höchst anregend finden.
Und wenn er Glück hat
und wenn sie nichts dagegen hat,
wird dies alles
— ich hoffe doch —
ein Bestandteil
ihrer zufriedenstellenden Sexualität.