Sehen
Wenn ein Gestern ist, mag ein Morgen möglich, wird ein Heute sein.
Es ist ein eigenartiges Ding.
Großartig.
Gefühlsbetont.
Drastisch.
Es ist nicht hoffnungslos,
aber greifbar.
Gut und rot und blutwarm.
Kann es nottun,
daß Vergessen eine Tugend darstellt,
wenn vergeben wird,
oder wird?Oder ist es fühlbar
wenn man innerlich abschaltet?
Das Gehirn arbeitet rasend
und das Herz pumpt.
Das Auge denkt und sieht Nacktheiten
die von Nässe triefen.
Ein Körper entsteigt einem Gewässer.
Der Körper ist vertraut,
und erkennbar,
als ein weiblicher.
Er ist sich sicher,
meint sich unbeobachtet
und agiert selbstbewußt.
Kann ein Gedanke hierbei herbeieilen
und nichts als beobachten
und Gefühle aufbauen,
die zielgerichtet sind
auf die Fixierung einer bestimmten Person,
eines bestimmten Körpers,
oder bestimmter Körperteile?
Der Wind tut sein eigenes.
Er weht Haare
die gerade die Körperteile freiwehen,
die sichtbar werden sollen.
Großartig.
Gefühlsbetont.
Gut und rot und blutwarm,
das.
Die Jahreszeit kommt der Situation entgegen.
Beobachten.
Weiter beobachten.
Es macht was.
Es tut sich etwas.
Idealgewölbte Schultern,
die Linie entlang des Rückens,
weiter hinunter,
bis zu den kräftigen Schenkeln –
ganz Ästhetik.
Die Augen, der Augensinn,
der Eindruck dessen.
Sehnsucht ist die Energie
die sich zeitgleich einstellt.
Sehnsucht, die bewirkt,
daß gewollt werden will.
Ja was.
Ja was nur?
Gleich hin, darauf zu,
langsam gehend erst,
dann in eilenden Schritten,
bis zu einem Rennen,
zu einem Lauf,
der, sein Ziel im Auge,
es erreichen will.
Auf der Stelle.
Und dann Begegnung.
Gegenüberstehen.
Auge in Auge.
Von Angesicht zu Angesicht.
Zwei aufrechte,
zwei erwachsene,
zwei lebendige Individuen,
weiblich und männlich.
Eines sehnsuchtsvoll,
eines von nichts eine Ahnung.
Nur Verblüffung im Angesicht
und Haltung.
Augenbrauen in die Höhe.
Erstaunen über das Gegenüber,
das eine Handreichung vollbringt.Das weibliche Herz ist zögernd.
Beider Nacktheit scheint hier Natürlichkeit.
Und doch dieses zögernde Herz,
und doch diese Zurückhaltung
der freundlichen, handreichenden Geste.
Weiblichkeit drückt sich darin aus.
Männlichkeit reagiert darauf.
Indem offene Arme Vertrauen signalisieren sollen,
und Bereitschaft zu geben,
das was Bedürfnis ist.
Bedürfnisse des Schutzes,
Bedürfnisse die sich einer herzlichen,
ersten Begegnung geziemen,
wie das Lächeln des anderen
zu dem eigenen?
Den Kranichen,
die am Himmel in Vielzahl
in großer Höhe davon ziehen,
scheint es einerlei
was unter ihnen sich tut.
Jede Kreatur agiert
auf seine naturgegebene Weise.
Und die Steine,
die in verschiedensten Größen dort liegen
wo sie zu liegen kamen –
vor nicht allzu langer,
oder vor undenklich langer Zeit,
stehen still.
Ruhen.
Die Situation derer die sich gegenüber stehen,
die sich nah gekommen sind,
ist nicht überschaubar.
Ein Heer von Möglichkeiten scheint sich anzubahnen.
Der Wind weht weiterhin
über zwei nackte –
menschliche Körper.