Sehen

Zehn!

Skorpion

Plötzlich und unerwartet. Ja, ungeplant.
Sie waren noch gar nicht dran. Dachte ich.
Aber das ist es ja immer mit dem Denken.
Zu viel, zu grüblerisch. Im Kreis.
Ich sollte es öfter lassen, der Rest ergibt sich.
Denn dieser Mittag war so erfrischend,
ich in meinem Inneren so aufgewühlt und unsortiert,
dass mir Laufen als das einzig Richtige erschien.
Und so lief ich.
Schon die erste große Runde in einer sehr guten Zeit
und ich wusste, dass heute auf jeden Fall eine zweite große,
statt der sonst zweiten kleinen Runde drin war.
Laufen lassen, unermüdlich die Beine, auch die Gedanken.
Das Atmen fiel mir heute so leicht.
Manchmal passt einfach alles.
Immer wieder machte ich mir meine Körperhaltung
und die Yoga-Übungen bewusst, die ich in den vergangenen Wochen
beim Aerial Yoga gelernt hatte, eine enorme Bereicherung
für Körper, Geist und Seele. Einfach mal die bekannte Welt,
die bekannte Sichtweise auf den Kopf stellen.
In der zweiten Runde konnte ich mein Tempo sogar noch
ein wenig steigern, ich fühlte mich frisch und motiviert,
die letzten erforderlichen Kilometer anzugehen.
Als mein Ziel in greifbare Nähe rückte, legte ich nochmal eine Schippe drauf.
Zuerst jubelte ich nur innerlich, doch dann war ich so überwältigt von
den sagenhaften 58 Minuten, dass ich die Arme hochriss
und meiner Begeisterung lauthals Ausdruck verlieh.
Es war ja keiner da. Und wenn schon?!!
Ich hatte es geschafft.
Zehn Kilometer unter einer Stunde. Ziel erreicht. Fürs Erste.
Next …
Nur was? Welches Ziel würde das nächste sein?
Ein Halbmarathon oder gar ein Marathon?
Größenwahn im Rausch der Endorphine machte sich breit.
Vielleicht erst einmal die Zehn halten, öfter laufen.
Aerial-Yoga perfektionieren und eine gute Salsa-Tänzerin sein.
Moderner Dreikampf – mit extrem hohem Spaßfaktor.
Oder ganz getreu meinem Motto: die perfekte Verbindung von Motion und Emotion.
Und so bleibe ich in Bewegung, bereit für mehr.

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