Sehen

Zwei Versionen einer seltsamen Nacht - Version 2

Yupag Chinasky

Der Tanz um das Feuer

Er hatte sich in einer einsamen, fast menschenleeren Gegend verfahren,
die Straße gabelte sich, er wusste nicht, sollte er nach links oder besser nach rechts.
Er hielt an, um zu fragen und noch ehe er ausstieg, kamen aus einer nahen Hütte
zwei Frauen angerannt, Schwestern wie er vermutete, denn sie sahen sich sehr ähnlich.

Beide redeten laut auf ihn ein, gaben ihm aber nicht nur die gewünschte Auskunft,
sondern forderten ihn auch auf, in ihre Hütte zu kommen und das abendliche Essen mit ihnen zu teilen.
Er tat es, denn er hatte Hunger und die beiden waren sehr freundlich und zuvorkommend,
sie tischten alles auf, was sie hatten und alle tranken reichlich  Bier aus Dosen, das er aus dem Auto holte.

Das Essen hatte gedauert, draußen war es nun dunkel und er etwas betrunken,
eigentlich hatte er keine Lust weiterzufahren, denn die beiden Schwestern gefielen ihm,
außerdem baten sie ihn dringend, er möge bleiben und sich nicht den nächtlichen Gefahren aussetzen.
Er willigte ein und war gespannt, was in dieser Nacht noch so alles geschehen würde.

Es geschah etwas, aber es war anders, als er sich vorgestellt oder gar erträumt hatte,
denn schon nach kurzer Zeit endeten Frieden und Eintracht zwischen den Geschwistern.
Die beiden fingen an, sich zu streiten, zu schimpfen und zu zeterten und es war klar,
der Grund ihres Zwistes war eindeutig er, der aber nicht wusste, wie er sich verhalten sollte,

der keine Ahnung hatte, wie er den Streit, der immer wilder wurde, schlichten sollte,
aber sein Rat war auch gar nicht gefragt, er wurde einfach ignoriert, war nur noch Zuschauer
eines Rituals, das er noch nie erlebt hatte und auf das er auch gerne verzichtet hätte,
und das anscheinend nur dazu diente, welcher von beiden er in der Nacht ficken müsste.

Nach einiger Zeit legten beide Frauen ihre Kleider ab und tanzten völlig nackt,
ganz wild und ausgelassen um das Feuer, das in der Mitte des Raumes als Herd diente.
Sie übertrumpfen sich mit eindeutigen Gesten, ließen ihre Brüste beben und die Hintern rotieren
und näherten sich nun auch ihm, der eingeschüchtert und unschlüssig in einer Ecke saß,

von dem man aber wohl erwartete, dass er sich für eine der beiden entschied.
Aber für welche? Er sah keinen Unterschied, hatte überhaupt Mühe, sich auf Sex zu konzentrieren,
Doch sie drängten auf eine Entscheidung, präsentierten immer noch ihre Körper, wenn auch ruhiger,
zeigten ihre weiblichen Vorzüge, doch statt sich zu einigen, statt nacheinander ihn zu lieben

war es wohl eine Sache der Ehre, welche er zuerst oder überhaupt beglücken sollte.
Es war dann wohl nur eine zufällige Geste, die eine der beiden sehr glücklich machte,
während die andere wutentbrannt sich anzog und die Hütte verließ. Aber das kümmerte ihn nicht,
denn nun hatte er genug zu tun, denn die Lust kam auf und beide erreichten einen schönen Orgasmus.

Die restliche Nacht verbrachten sie friedlich, erst am nächsten Morgen trieben sie es erneut.
Die im Kampf unterlegene Schwester war am Morgen auch wieder da und hatte sogar Kaffee gekocht,
der Streit schien vergessen zu sein und sie entließen ihn in Frieden und Freundschaft.
Doch das war noch nicht das Ende, denn als er zu seinem Auto kam, waren alle vier Reifen zerstochen.

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